Hans Kastler - Biographie
Süddeutsche Zeitung 1999 (Barbara Szymanski)
Kalenderbestellung


Geboren am 2.Juli 1931 in Klamm, Oberösterreich

Ausbildung:

  • 1946-1949 Prof. Hans Baier, Hallein (Bundesfachschule)
  • 1951-1954 Prof. Fritz Behn, München
  • ab 1955 freischaffend tätig
  • Ausstellungen:
  • 1958 Berufsverband Bildender Künstler, München
  • 1958 Galerie Wisnet, München
  • 1958 Galerie Stenzel, München
  • 1959 Kollektiv-Ausstellung "Freunde der Bildenden Kunst", München
  • 1961 Galerie Obpacher, München
  • 1965 Gallery a Taos, New Mexico
  • 1965 New Mexico, Fiesta Biennal, Texas
  • 1965 Gallery Apple Tree, Fort Collins, Colorado
  • 1966 Gallery la boetie, New York
  • 1981 Goethe-Institut, Sri Lanka
  • Jährliche Ausstellungen "Haus der Kunst", München
  • Preise:
  • 1959 Förderungspreis der "Freunde der bildenden Kunst", München
  • 1964/1965 Wurlitzer Stipendium, New Mexico
  • 1975 Junior Preis "Kunst und Architektur" für die Plastik an der Ruderregatta-Anlage für die XX. Olympischen Sommerspiele 1972 in München
  • 1994 Kulturpreis der Stadt Wolfratshausen
  • 2004 wurde Hans Kastler mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt, welches ihm durch Ministerpräsident Edmund Stoiber im Auftrag des Bundespräsidenten Johannes Rau in der Staatskanzlei überreicht wurde.
  • Aufträge (Auswahl)
  • 4 Holzplastiken, für den Scheich von Kuwait
  • Betonfassade, Humanistisches Gymnasium, Münnerstadt
  • Fries an der Volksschule Haard bei Bad Kissingen
  • Steinbrunnen, Stadt München
  • Steinbrunnen, Altenheim Ingolstadt
  • Steinbrunnen, Landratsamt Füssen
  • Überlebensgroßer Löwe, Stein, München
  • Holzrelief, Kurzentrum Enzensberg
  • Lebensgroße Pietà, Bronze, Unterhaching
  • Steinbrunnen, Bad Kissingen
  • Holzrelief, Kreissparkasse Wolfratshausen
  • Holzplastiken, Olympiagelände München
  • Beton-Plastik, Ruderregatta-Anlage, Olympiagelände München
  • Holzrelief, Hafendirektion Nürnberg
  • 2 Hochkreuze, Edelstahl, München
  • Freiplastik, Bronze, Jägerkaserne Sonthofen
  • Bronzerelief, Wasserwirtschaftsamt der Stadt München
  • Holzreliefwand, Bayerisches Landwirtschaftsministerium, München
  • Stainsäule, "Stephans-Zentrum", München
  • Steinbrunnen, Starnberg
  • Eichenholzrelief, Arbeitsamt Passau
  • Stier, Granit, Finanzamt Straubing
  • "Rad des Lebens", Bronze, Bayerische Versicherungskammer, München
  • Wolfsbrunnen, Bronze, Wolfratshausen



  • Kunst braucht Bewegungsfriheit
    Mobiles: Der Happerger Bildhauer Hans Kastler stellt zusammen mit Peter Gric im Tölzer Bürgerhaus aus
    Barbara Szymanski - Süddeutsche Zeitung Nr.251(28.10.1999)

    Happerg/Bad Tölz - Wer von Hans Kastler spricht - oder schreibt, kommt um das Markenzeichen des Bildhauers einfach nicht vorbei: den monumentalen, urwüchsigen Gorilla namens Porgy aus Bronze (siehe nebenstehenden Kasten). Wie zum Sprung bereit, beherrscht er die kleine Anhöhe mitten auf einer Kuhweide. Kinder klettern auf ihm herum, das Hornvieh kratzt sich an seiner Schnauze, und ab und zu duscht ihn der Bauer mit Gülle. Ganz blau sei er einmal danach geworden, lächelt Kastler. Das alles macht der genial auf das Wesentliche reduzierten, etwa 250 Kilogramm schweren Skulptur nichts aus. Sie wird immer schöner.

    Porgy schaut auf das kreisrunde Mobile "Das bunte Leben." Der Wind verändert seine Optik nach eigenem Rhythmus, und die herbstliche Abendsonne lässt die Farben im satten Grün der Weide optimistisch und kraftvoll leuchten. Es steht sozusagen als Symbol für Hans Kastlers aktuelle Schaffensperiode: Stabimob (stabile Mobile) oder duale Plastiken. Ein monumentales Mobile steht wie ein Wahrzeichen rechts vom Atelier auf einer anderen Weide: "Die Bewegung der Konturen", eine bewegliche, schlanke Plastik mit einem Röhrensystem aus V2A-Stahl.
     

    Doch nicht nur Monumental-Imposantes hat der Schüler der Professoren Hans Baier und Fritz Hehn seit 1983 geschaffen. Duale oder vielleicht besser: multiple Bronzeskulpturen von 30 bis über 70 Zentimetern Höhe beschäftigen ihn seit einigen Jahren. Viele davon werden im Bad Tölzer Bürgerhaus vom 30. Oktober an ausgestellt. Bei einer Auftragsarbeit für das Feldafinger Zentralinstitut für Entwicklungshilfe hat Kastler seinerzeit eine Entdeckung gemacht. Der Auftrag hieß: "Unsere Welt mit der Dritten in Verbindung bringen." Schon auf dem Heimweg habe er sich überlegt, dass seine spontane Idee - eine symbolische Umarmung - mit einer starren Eichenholzplastik aus Gründen der Innenarchitektur des Instituts nicht wirken würde. Die sechs Meter hohe Holzplastik müsste sich bewegen. Das Experiment klappte, und seitdem entstehen immer kompliziertere und ausgefeiltere Kleinplastiken wie "Die Quadratur des Kreises" oder "Des Lebens Labyrinth" oder " Der Spiegel. " Die duale oder multiple Ansicht der oft wuchtigen Miniaturen muss der Kunstsinnige selbst entdecken.

    Mit den Händen, indem er die Grundform der Plastik um die eigene Achse dreht oder die Konstellation der anderen beweglichen Teile wie Kugeln, Gesichter oder Stehlen selbst verändert. Diese Zentren bilden meist die Aussage des Sujets. Eine andere Betrachtungsmethode ist das Umgehen der Bronze-Mobiles. Bei der Quadratur des Kreises erschließt sich auf diese Weise der Titel der Plastik: frontal die wellenförmige Scheibe, die seitlich betrachtet ein langgezogenes Rechteck ergibt. Spannung erzeugen die zentralistischen Symbole. Sie sind als Blickfang golden aufpoliert.

    Eine große Auswahl dieser kleinformatigen Stahlmobs zieren einen Kalender für das Jahr 2000, den Renate Kastler gestaltete und Foto-Knödler in Wolfratshausen sehr sorgfältig in Szene setzte. 500 Stück davon erhalten Freunde und Verehrer des Künstlers statt Glückwunschkarten, und nur 500 Exemplare werden in Wolfratshauser Buchhandlungen zum Preis von 19 Mark angeboten.

    Das schönste Kompliment hat der Künstler vor einem Jahr erhalten. Nach einem Ausstellungsbesuch rief ihn eine Frau an: "Ich habe Ihre Plastiken gesehen, sie haben mir wunderbar gefallen." Die Frau war blind.

    Vom 30. Oktober bis 3. November stellt Hans Kastler seine Miniatur-Stabimobs sowie einige kleinere Tierskulpturen aus Holz und Bronze aus. Wunderbar ergänzt Peter Gric mit seinen surreal-bizarren Acrylen auf Hartfaserplatten die Ausstellung. Das Bürgerhaus ist täglich von 13 bis 18 Uhr geöffnet.
     
     

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